Samstag , 25 November 2017


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Arbeit ist nicht genug – Konzentration auf Ergebnisse

Ergebnis - okDie Energie folgt der Aufmerksamkeit.
Sie kennen das vielleicht, sie interessieren sich für ein neues Auto und plötzlich sehen sie überall im Straßenverkehr genau dieses Modell, welches sie vorher so nie wahrgenommen haben. Dieses Phänomen ist in der Psychologie bestens bekannt. Sie investieren unbewusst Energie in einen Bereich der ihre Aufmerksamkeit erregt. Die Aufmerksamkeit kann von ihnen selbst gewählt oder von Dritten provoziert sein.

Was heißt das für den Unternehmeralltag: dort, wo sie als Unternehmer Aufmerksamkeitspunkte setzen, fließt die Energie ihrer Mitarbeiter hin. Und erst mal nur genau dort hin.

Konkret: Legt der Unternehmer Wert auf Details, werden sich die Mitarbeiter vorherrschend um Details kümmern und eventuell das große Ganze aus dem Auge verlieren. Wird Wert auf lange Anwesenheitszeiten gelegt, werden die Mitarbeiter erst mal nur ihre Anwesenheit »optimieren«, nicht mehr und nicht weniger.

Was braucht ein Unternehmen von seinen Mitarbeitern?
Das Unternehmen braucht aber keine Anwesenheitszeit. Es braucht auch keine Arbeitszeit. Das einzige was ein Unternehmen von seinen Mitarbeiter braucht sind – ERGEBNISSE. Daher ist es ganz wichtig, die Aufmerksamkeit im Unternehmen auf Ergebnisse zu richten. Um es mit den Worten von Altkanzler Kohl zu sagen: „Entscheidend ist was hinten raus kommt“. So einfach das klingt, so schwer ist es in der Praxis.

Das Arbeit an sich bereits ein Wert sein soll, geht auf eine lange christliche Tradition zurück. „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen“; steht bereits in der Bibel geschrieben. Mühe, Fleiß, große Anstrengung und hoher Arbeitseinsatz ist bereits Gottes gefällig. Fleiß heißt dann auch auf lateinisch »Industria«. Damit ist die Industrie geboren – Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten. Ob dabei etwas sinnvolles rauskommt, ist damit noch lange nicht gesagt.

Erfolg entsteht aber nicht schon durch die reine Arbeit (Input) an sich, sondern erst durch konkrete Ergebnisse (Output). Nicht selten wir der Aufwand mit dem Resultat verwechselt. Selbstredend wird dann auch der Aufwand gemessen und nicht das Ergebnis. Erschwerend kommt hinzu, dass Mitarbeiter mit mittelmäßigen Ergebnissen gerne auf ihren hohen Arbeitseinsatz verweisen. Nur, der sagt eben nichts über gute Leistungen aus.

Konzentration auf die Resultate ist der Schlüssel zum Erfolg
Erfolgsorientierte Menschen hingegen erklären nicht wie viel oder wie hart sie gearbeitet haben; sie präsentieren Ergebnisse.  Wir erinnern uns: Ergebnisse sind das einzige was ein Unternehmen braucht. Nochmal, da es so wichtig ist, der Prüfstein für »gute Arbeit« ist die Erreichung von Zielen und Ergebnissen. Erst und nur die Konzentration auf die Resultate führt zur Effektivität in der Arbeit. Und, Konzentration ist der Schlüssel zum Erfolg.

Fredmund Malik sagt in seinem Buch »Richtig denken – wirksam managen« dazu: „Gute Manager orientieren sich am Inhalt, nicht an der Verpackung; am Sein, nicht am Schein. Sie verschwenden keine Zeit für »Showmanship«, sondern kultivieren »Craftsmanship«; sie sind nicht an Ritualen, sondern an Resultaten, nicht an Input, sondern an Output interessiert.“

Zieldefinition ist mit die schwierigste Managementaufgabe
Um Ergebnisse bewerten zu können, ist es allerdings notwendig »gute« Ziele zu definieren. Ziele zu definieren ist eine Kunst, mit die schwerste Aufgabe für eine Führungskraft. Das ist harte Arbeit, aber auch eine der Wichtigsten. Denn um für die Mitarbeiter passende Ziele definieren zu können, muss ich mich intensiv mit meinen Mitarbeitern beschäftigen. Ich muss herausfinden welche Stärken und Schwächen er oder sie hat und welche Potentiale. Nur so ist es mir als Führungskraft möglich, faire Ziele zu definieren.

Das Bewerten von Ergebnissen wiederum ersetzt Vermutungen durch konkrete Fakten:
• Was ist unser Ziel?
• Wie sieht das gewünschte Resultat aus, was ist das Ergebnis?
• Wie können wir das Ergebnis messen?
• Wie und wann können wir sagen, wir waren erfolgreich?

Damit ist es dem Mitarbeiter möglich, Verantwortung für seine Ergebnisse zu übernehmen. Mehr noch: sichtbare, vorzeigbare Resultate motivieren, machen stolz und bringen die Anerkennung von Kollegen und Vorgesetzten. Im bestem Fall, führt das zur Zufriedenheit und zu hoch produktiven Mitarbeitern.

Die Führungskraft im Fokus der Aufmerksamkeit
Zurück zu den Akzenten der Aufmerksamkeit: Im Alltag muss jeder Unternehmer und jede Führungskraft daher immer wieder reflektieren, welche Aufmerksamkeitspunkte er setzt, bewusst oder unbewusst. Und hierbei ist es völlig irrelevant, was in einer Unternehmensrichtlinie steht. Der Mensch ist von Kindheit auf darauf programmiert, hauptsächlich durch Beobachtung zu lernen. Und der Mensch ist ein soziales Wesen, d.h. er möchte Anerkennung und Wertschätzung für das was er tut. Er wird daher genau beobachten, was im Unternehmen Anerkennung bringt und was nicht. Und das ist meist nicht das, was auf dem Papier steht. Wird nur Wert auf lange Anwesenheitszeiten gelegt und Leistung nicht anerkannt, wird es keine überragende Leistung geben. Punkt.

Die Führungskraft und im besonderen der Unternehmer selbst muss sich im Klaren sein, dass er täglich im Fokus der Aufmerksamkeit seiner Mitarbeiter steht. Das ist zunächst einmal positiv, aber er muss sich immer wieder bewusst werden, welche Signale er mit welchen Aussagen, Gesten und Taten aussendet. Harmonieren diese Signale mit dem gewünschten Werten und Zielen des Unternehmens?

Literatur:
Brandes, Dieter (2010): Einfach managen. Redline Verlag, München.
Gerber, Michael E. (2002): Das Geheimnis erfolgreicher Firmen. Accord, Obersiebenbrunn.
Malik, Fredmund (2006): Führen Leisten Leben. Campus Verlag, Frankfurt.
Malik, Fredmund (2010): Richtig denken – wirksam managen. Campus Verlag, Frankfurt.
Meadows, Donella H. (2010): Die Grenzen des Denkens. Oekom Verlag, München.
Sprenger, Reinhard K. (2012): Radikal führen. Campus Verlag, Frankfurt.

 

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