Montag , 25 September 2017


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Tolle Idee – schlechtes Konzept

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Bild: Unsplash.com – Ask More Questions by Jonathan Simcoe CC BY-SA Zero

 

Blockbuster wie Toy Story, Findet Nemo oder Die Monster AG kennen wir alle. Am Anfang steht immer eine tolle Idee, die alle begeistert. Kaum zu glauben, dass das Drehbuch zu Beginn eher schlecht als recht ist. Ed Catmull, Präsident von Pixar und Disney Animation, erzählt in sein Buch “Die Kreativitäts-AG” den langen, mit Irrtümern und Fehlern gespickten Weg von der ersten Idee zum überragenden Film.

Bevor ein Film in die Umsetzung geht, durchlebt sein Drehbuch und der verantwortliche Regisseur einen rund zwei Jahre langen intensiven Prozess von Versuch und Irrtum. Immer wieder wird der Handlungsstrang und die Dramaturgie des Films auf die Probe gestellt. Pixar hat dazu einen sogenannten “Braintrust” eingerichtet. Ein Gremium erfahrener Mitarbeiter, die immer wieder kritische Fragen zum Konzept stellen. Die Entscheidung und Verantwortung bleibt aber beim Regisseur, sprich beim Ideengeber.

Die erste Idee ist nur ein Bündel von Annahmen

Auf die Wirtschaft übertragen, empfiehlt Prof. Faltin in seinem Buch “Kopf schlägt Kapital” eine ähnliche Vorgehensweise. Bevor man wirklich viel Geld in die Umsetzung einer Idee investiert, sollte man das Konzept (Geschäftsmodell) auf alle möglichen Irrtümer abklopfen. Man darf sich nicht in seine Anfangsidee verlieben und ohne Realitätscheck in die Umsetzung gehen. Denn die erste Idee ist meist nicht mehr als ein Bündel von Annahmen, Wünschen und Hoffnungen.

Starte durchaus mit einem ersten “Drehbuch” für deine Idee. Was ist alles notwendig, welche Elemente, Funktionen und Ressourcen werden benötigt? Welches Wissen und Können ist hilfreich? Wer kann die erforderliche Kompetenz ins Projekt mit einbringen? Wer ist meine Zielgruppe? Was ist für diese wertvoll? Wie komme ich an sie heran? Was ist das Besondere an meiner Lösung, usw.? Wie gesagt, die meisten Antworten auf diese Fragen sind erst mal nur ein Bündel von Annahmen.

Durch Versuch und Irrtum zum erfolgreichen Konzept

Daher gilt es Fehl-Annahmen frühzeitig zu erkennen. Denn je weiter man in der Umsetzungsphase voranschreitet, um so teurer wird es in der Regel. Was tun? Ob ganz modern als “Running Lean” oder “SCRUM” bezeichnet, im Kern sind es ganz alte Tugenden, die wieder wichtig werden – wissenschaftlich arbeiten!

Eine wissenschaftliche Herangehensweise darf nicht mit Theorie verwechselt werden. Ganz im Gegenteil, es ist ein sehr praktisches und pragmatisches Vorgehen. Der Ansatz lautet: Stelle eine Hypothesen auf – durchaus. Gestalte aber sofort ein “Experiment” mit dem du deine Hypothesen auf Richtigkeit überprüfen kannst. Eine Versuchsanordnung ist dann aussagekräftig, wenn du das Experiment wiederholen kannst und zu gleichen oder ähnlichen Ergebnissen kommst. Führe dann frühzeitig einen Faktencheck z.B. mit potenziellen Kunden oder Sparringspartnern durch, die dir ehrlich und kritisch Feedback geben. Wer könnte dein “Braintrust” sein? Beobachte, was funktioniert und was nicht. Verstärke das, was funktioniert und ändere bei Irrtümern deine Vorgehensweise. Lerne und verbessere kontinuierlich, bis du das sichere Gefühl hast: Jetzt kann ich mit der Umsetzung starten.

Eine wirtschaftlich erfolgreiche Innovation ist das Ergebnis eines langen Weges von Irrtümern und Fehlschlägen.

Thomas Alva Edison hat hunderte von Experimenten unternommen, bis seine Glühlampe endlich funktioniert hat. Solange muss es bei dir nicht dauern, aber erliege nicht dem Glauben, dass eine erste Idee schon eine erfolgreiches Konzept ist.

DenkKonzept: Gute Ideen sind wichtiger denn je. Doch entwickle frühzeitig und kostengünstig ein durchdachtes Konzept, bevor du in die Umsetzung gehst. Prüfe deine Annahmen über Versuch und Irrtum auf Richtigkeit und Tauglichkeit. Scheue dich nicht, kritisches Feedback einzuholen, um dein Konzept zu verbessern.

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