Montag , 25 September 2017


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Ziele definieren – die hohe Kunst des Managements

Was unterscheidet erfolgreiche von weniger erfolgreichen Menschen, erfolgreiche von weniger erfolgreichen Unternehmen? Die Kernfrage erfolgreicher Unternehmer ist: Wie definieren wir Erfolg und wann wissen wir, dass wir erfolgreich sind? In Interviews betonen Firmenlenker immer wieder, dass es extrem wichtig ist, sich Gedanken über die richtigen Ziele zu machen. Ja, überhaupt Ziele zu haben. Das ist nicht selbstverständlich.

„Es ist eine Aufgabe eines jeden einzelnen Managers dafür zu sorgen, dass überhaupt Ziele da sind“, so Fredmund Malik, Professor für Unternehmensführung und angesehener Management Experte. Und weiter:  „Sich vernünftige Ziele auszudenken ist vor allem arbeitsintensiv.“

Doch es hilft nichts, denn: „Unklarheit über Zielvorstellungen ist aller Komplexität Anfang,“ und „mit unklaren Zielen verliert man den Kunden aus den Augen“, ist sich Dieter Brandes, Autor des Buches „Einfach managen“, sicher.

Der folgende Fragenkatalog, gedacht als kompakter Ratgeber und Leitfaden, kann dir helfen, die richtigen Ziele zur richtigen Zeit zu definieren.

Konzentration und Prioritäten setzen

  • Hat das Problem, die Aufgabe aktuell Priorität?
  • Was ist wirklich wichtig – jetzt?
  • Was ist der derzeit größte Engpass, der wirkungsvollste Ansatzpunkt?
  • Wurde die Entscheidung zur Verfolgung des Ziels durchdacht und bewusst getroffen?

Sinn und Zweck der Zieldefinition

  • Welches Problem, welche Aufgabe soll gelöst werden?
  • Warum soll das Problem gelöst, die Aufgabe erledigt werden?
  • Ist das Problem in der Tiefe verstanden; kann das angestrebte Ziel das Problem wirklich lösen?
  • Hat es Relevanz: welchen Nutzen bringt es, welche Wettbewerbsvorteile, welche Kosteneinsparung, welche Ertragssteigerung?
  • Erzielt das Ziel auch die gewünschte Wirkung?
  • Von welchen Annahmen gehen wir aus?

Zielvorgabe

  • Ist die Zielvorgabe realistisch?
  • Sind die Rahmenbedingungen noch die gleichen?
  • Wie stellt sich die derzeitige Ist-Situation dar?
  • Was ist der gewünschte Soll-Zustand; was das gewünschte Ergebnis?
  • Ist der Soll-Zustand exakt beschrieben; sind alle Begrifflichkeiten geklärt?
  • Wie sieht die Lücke aus, wie die beschreibbare Änderung bei Zielerreichung?
  • Wann können wir sagen, dass wir erfolgreich waren?

Verantwortlichkeit

  • Wer ist für die Erreichung des Ziels verantwortlich?
  • Hat der verantwortliche Mitarbeiter überhaupt das Wissen, die Erfahrung und Kompetenz, um das Ziel erreichen zu können? Ist er Profi oder Amateur bei der Umsetzung der Aufgabe?
  • Harmoniert das Einzelziel mit den Gesamtzielen des Unternehmens?
  • Entsteht durch die Zielerreichung ein ungewünschter Wettbewerb zwischen Personen oder Abteilungen? Gibt es Gewinner oder Verlierer innerhalb des Unternehmens?

Strategie und Umsetzung

  • Auf welche Art und Weise soll das Ziel umgesetzt werden?
  • Ist ein Projektmanagement notwendig? (Wer macht was bis wann?)
  • Wie sieht die konkrete Vorgehensweise handlungsorientiert aus; wie ist der Versuchsaufbau?
  • Welche Ressourcen stehen zur Verfügung?
  • Wie sieht der Terminplan aus; ist die Zeitplanung realistisch?
  • Was ist der nächste Schritt; und nur mal der nächste – jetzt?

Controlling der Zielerreichung

  • Was sind die Annahmen zu den Regeln und Verhaltensweisen des Systems?
  • Welche Prozess-Kennzahlen können definiert werden, um die Zielerreichung zu kontrollieren?
  • Sind die Leistungskennzahlen Output-orientiert (nicht Input-orientiert, sprich es soll das Ergebnis, nicht der Aufwand gemessen werden)?
  • Gibt es eine Basis für die Kennzahlen; Vergleichswerte über die Zeit oder Benchmarks?
  • Wer kann die Kennzahlen bewerten oder beurteilen, dass wir uns dem Ziel nähern?
  • Wie stellen wir sicher, eine schnelle Lernkurve durch Rückmeldung zu erreichen?

Literatur:
Brandes, Dieter (2010): Einfach managen Redline Verlag, München.
Malik, Fredmund (2006): Führen Leisten Leben Campus Verlag, Frankfurt.

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