Mittwoch , 21 August 2019
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Arbeitsglück vs. Mitarbeiterzufriedenheit

Mitarbeiterzufriedenheit
Photo by Mohamed Hassan on Pixabay

 

[Gastartikel] So langsam werden die Tage länger, endlich ist es noch hell, wenn man von der Arbeit kommt und das Aufstehen am Morgen wird leichter. Für einige unter uns bedeutet das auch, dass die Laune steigt – nicht jeder ist ein Wintermensch.

Klar, das Wetter trägt seinen Teil zu unserer Stimmung und in einem etwas überspitztem Maße auch unserem Lebensglück bei. Sind Sie Führungskraft werden Sie allerdings wissen, dass das Klima unter Ihren Angestellten hauptsächlich von zwei Punkten gesteuert wird – der Mitarbeiterzufriedenheit und dem Arbeitsglück. Was man unter diesen beiden Begriffen genau versteht und wo die Unterschiede liegen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Eine Begriffserklärung: Was ist Mitarbeiterzufriedenheit? Was ist Arbeitsglück?

Mitarbeiterzufriedenheit

Jeder Mensch hat Bedürfnisse, angefangen bei den Grundlagen: Kleidung, Nahrung, ein Dach über dem Kopf aber auch Sicherheit und das Verlangen nach Zuneigung. Dann geht es an die Wünsche jedes Einzelnen. Wir streben nach Freiheit, Erfolg und Unabhängigkeit. Wir wollen wertgeschätzt werden, unser Potential entfalten können und selbstständig unseren Interessen nachgehen.

Ein Arbeitgeber kann nun aus diesem Wissen heraus Maßnahmen ableiten, um einen Zustand im Arbeitsumfeld und –alltag herzustellen, der diese Bedürfnisse deckt. Die Einstellung, die ein Mitarbeiter nun im Bezug auf diesen Ist-Zustand hat und wie er ihn mit seiner Vorstellung, also dem Soll-Zustand abgleicht, ergibt, wie zufrieden er auf Arbeit ist. Das Gehalt, der Führungsstil des Managers, die physiologischen Arbeitsbedingungen (z. B. die Büroeinrichtung, die Beleuchtung etc.) aber auch Faktoren wie Anerkennung und Weiterbildungsmöglichkeiten spielen in dieser Abbildung des Soll-Zustandes eine Rolle.

Arbeitsglück

Ein kleiner aber feiner Unterschied: Beim Arbeitsglück (englisch: Happiness at Work) geht es nicht darum, was man über seinen Job denkt, sondern darum, was man fühlt. Machen Sie Ihren Job einfach gern, haben Sie das Gefühl etwas beizutragen und mögen Sie Ihre Kollegen, so haben Sie es höchstwahrscheinlich. Stehen Sie am Montagmorgen auf, es regnet in Strömen und trotzdem freuen Sie sich darauf, die Arbeitswoche zu beginnen, so haben Sie es ganz bestimmt.

Der Begriff „Arbejdsglæde“ (dänisch für „Arbeitsglück“) ist in den Berufsalltag skandinavischer Länder, dort wo laut dem World Happiness Report die glücklichsten Menschen leben, fest integriert.

Was unterscheidet Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitsglück?

Nehmen wir doch einfach einmal Paul und Franzi zum Beispiel. Beide sind mit ihrem Job zufrieden. Paul ist Mitarbeiter einer Versicherungsgesellschaft, Franzi ist Lageristin. Das Gehalt ist zwar unterschiedlich aber bei beiden nicht schlecht, es gibt eine tolle Sommer- und Weihnachtsfeier und immer mal Pizza, wenn der Chef gute Laune hat.

Paul sieht seinen Posten als einen Job an. Er verdient damit Geld, um seine kleine Familie zu versorgen, ist nicht zu gestresst, fühlt sich aber auch nicht unterfordert. Er hat die Möglichkeit sich weiterzubilden, sieht aber nicht wirklich einen Grund dazu. Die Kollegen sind alle in Ordnung. Alles ist gut. Paul ist zufrieden.

Franzi hingegen sieht ihren Beruf als Berufung an. Sie liebt es, so richtig anzupacken, mit dem Stapler durchs Lager zu düsen und freut sich, wenn am Nachmittag alles dort ist, wo es sein soll, wenn die LKWs gefüllt und Pakete unterwegs zu den Kunden sind. Der Chef hat sie heute für ihre Genauigkeit beim Ausfüllen der Lieferscheine gelobt und ihr eine Schulung angeboten. Sie hat etwas geschafft, etwas beigetragen und heute eine Menge Spaß mit den Kollegen gehabt. Sie wollen sich alle später noch auf ein Bierchen treffen. Alles ist gut. Franzi ist glücklich.

Vielleicht wird ein Punkt in diesem Vergleich nur unterschwellig deutlich: Die Verantwortung für das Steigern der Mitarbeiterzufriedenheit liegt bei beiden – der Führungskraft und dem Angestellten. Die Verantwortung für das eigene Arbeitsglück liegt bei jedem selbst. Manager und Kollegen können lediglich dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz das Glücklichsein überhaupt zulässt.

Woher kommt Arbeitsglück?

Extrinsische Motivationsfaktoren, wie Bonuszahlungen, ein neuer Dienstwagen und Gehaltserhöhungen wirken oftmals nur kurzfristig. Was für Arbeitsglück zählt sind intrinsische Motivatoren, was Sie also wirklich selbst erreichen wollen. Hierzu zählen vor allem zwei Haupttreiber: Beziehungen und Ergebnisse.

Können Sie am Arbeitsplatz so ganz Sie selbst sein? Fühlen Sie sich so richtig wohl? Wenn man „Beziehungen“ als einen der Motivatoren für Happiness at Work nennt, dann ist nicht nur ein gutes Verhältnis zu den Kollegen gemeint. Es zählt auch und vor allem, das Verhältnis, das man selbst zum eigenem Job hat.

Geht man nach einem Arbeitstag nach Hause und freut sich darüber etwas geschafft und zu einem großem Ganzen beigetragen zu haben, so hat man Ergebnisse erzielt. Zu diesem Bereich zählt außerdem der Faktor „Sinnhaftigkeit“.

Nur wer wirklich einen Sinn in seiner Tätigkeit sieht und stolz darauf ist, was er macht, kann sein Arbeitsglück finden.

(Autor des Fachartikels: Hirnpuls – Be Happy at Work!)

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